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nachrichten.at, 17.12.2014
von Christoph Zöpfl

Sturzflug im Eiskanal: Vom Rollstuhl auf die Rennrodel

Selbsterfahrung: Paralympic-Champion Walter Ablinger ließ sich von den Linger-Brüdern die Erfolgsspur zeigen.

Goldenes „Selfie“: Die Brüder Wolfgang (links) und Andreas Linger (rechts) sind zweifache Olympiasieger, Walter Ablinger holte bei den Paralympics Gold.

Paralympic-Champion Walter Ablinger hat einen Traum. Der Handbiker aus dem Innviertel möchte 2016 bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro seinen Triumph von London 2012 wiederholen und eine Goldmedaille gewinnen. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, betreibt der Vater von drei Kindern einen enormen Aufwand und nimmt extreme Belastungen in Kauf. Zum Beispiel einen Sturzflug im Eiskanal von Innsbruck-Igls.

Die Rodel-Brüder Andreas und Wolfgang Linger wissen genau, wie es ist, als Titelverteidiger bei Olympischen Spielen am Start zu stehen – und noch einmal Gold zu holen. Nach den Olympia-Siegen in Turin (2006) und Vancouver (2010) beendeten die Tiroler heuer mit einer Silbermedaille in Sotschi ihre einzigartige Karriere. Jetzt verraten sie Interessenten, die vor allem aus der Wirtschaft kommen, in ihrem Seminar „Das Linger-Erfolgspuzzle“ das Geheimnis ihrer doppelt vergoldeten Sportler-Laufbahn. „Wenn jemand so viele Jahre konstant erfolgreich ist, dann weiß er sicher, worauf es wirklich ankommt“, sagt Ablinger, der gleich den ersten Termin bei den Linger-Brüdern buchte, um auf seinem Weg nach Rio neue Impulse zu bekommen.

Auf die Rodel „geklebt“

Der beeindruckendste Input war vermutlich die „Abschlussprüfung“ des Seminars, eine Fahrt auf der Doppelsitzer-Rodel. Es war wohl eine Weltpremiere, als der querschnittgelähmte Paralympic-Sieger mit dem Lebensmotto „Ich lass mich nicht behindern“ vorige Woche vom Rollstuhl auf die Rennrodel wechselte und mit Andreas Linger durch den Eiskanal in Innsbruck-Igls fetzte.

Ablinger: „Meine Beine wurden mit einem Klebeband an der Rodel fixiert, es war eine unglaubliche Fahrt. Vor allem für die Nackenmuskulatur waren die Fliehkräfte enorm.“ Auch für den „Piloten“ war es eine Herausforderung, mit einem querschnittgelähmten Passagier mit Tempo 120 durch den Eiskanal zu fahren. Andreas Linger: „So etwas hat es auf der Welt noch nicht gegeben.“

Welche Teile sich der 45-Jährige aus Rainbach im Innkreis vom Linger-Puzzle mitgenommen hat, um 2016 in Rio erneut die Erfolgsspur zu finden? Ablinger fasst das Seminar so zusammen: „Für mich ist, wie schon so oft, unterm Strich rausgekommen: Es ist immer die Begeisterung, die uns Sportler antreibt und uns erfolgreich werden lässt.“

Die 1490 Euro Seminarbeitrag waren auf jeden Fall gut investiert. Den Erfahrungsschatz der Linger-Brüder in Rio zu vergolden, wird trotzdem keine leichte Übung sein. Dessen ist sich Ablinger, den der neue Trainingsplan von Coach Christoph Etzlstorfer derzeit ganz schön ins Schwitzen bringt, auch bewusst. Sein nächster Stopp auf dem Weg nach Rio wird ein Windkanal sein, um das neue Karbon-Handbike zu entwickeln. Denn auch diese Erfahrung hat Ablinger beim Sturzflug im Eiskanal einmal mehr verinnerlicht: Wer mit der Konkurrenz Schlitten fahren möchte, braucht ein bis ins kleinste Detail optimiertes Material.

> Seminar „Das Linger-Erfolgspuzzle“

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