proM² in der Presse

CASH, 11/2016
von Willy Zwerger

Alumnitreffen 2016: Erfolg erfolgt

Seit 2007 veranstaltet die Management Consulting-Agentur proM². gemeinsam mit CASH die Seminarreihe „Wie tickt der Einkauf?“. Die Absolventen treffen sich dann einmal im Jahr in der Weinbar im Meinl am Graben zum Alumnitreffen.

Es war eine illustre Runde, die sich da für ein freudiges Wiedersehen traf, zumal mit Spar Bereichsleiter für Lieferantenpolitik und Sortimentsstrategie Johannes Holzleitner ein hochinteressanter Key-Speaker zum Thema „Sortimentspolitik der Zukunft“ angesagt war. Der erfahrene Manager – er ist seit 17 Jahren für die Spar tätig – wies unter anderem eindrucksvoll darauf hin, dass wir es dem Technologieaufschwung der 80er- und 90er-Jahre (Scannerdaten) zu verdanken haben, dass der Großteil des Wissens von der Industrie zum Handel switchte.

Dank der Scannerkassenauswertungen wusste der Handel plötzlich alles über seine Kunden, was zur Folge hatte, dass die Industrie fortan bei sämtlichen Listungsgesprächen am kürzeren Ast saß. Holzleitner: „Wir wollen die Preisaggressivsten sein und unsere Kunden mit dem günstigsten Preis verwöhnen.“ Dazu komme, so Holzleitner weiter, dass sich der EU-Beitritt ebenfalls positiv auf die Sortimente in Österreich ausgewirkt habe, was die heimische Industrie zusätzlich zu spüren bekam. Nicht zuletzt auch durch das stetige Vergrößern des Eigenmarkenportfolios, „was für die Spar ein immens wichtiger Faktor ist.“

„Eigenmarken sind die wahren Vorreiter der Industrie“

Dazu geselle sich ein Faktor, den die Industrie zwar nicht gerne höre, aber in der Sortimentspolitik einen wichtigen Faktor darstelle. Holzleitner erklärt: „Viele Artikel, vor allem die Line Extensions, drehen sich nicht, man hat keine wirklichen Innovationen in der Hinterhand, sondern einzig und allein die Strategie, seine Facings gegenüber dem Mitbewerb und den Eigenmarken zu verteidigen.“

Weiters sei es sehr wohl in seinem Sinne, die günstigsten Preise zu bieten, jedoch muss in jedem Fall die Spanne passen. „Und genau das ist der Grund“, so Holzleitner, „dass wir so vehement um die günstigsten Einkaufspreise kämpfen.“ Ihm sei klar, dass auch die Produzenten auf Expansion aus sind, er orte jedoch sehr oft Konzeptlosigkeit bei neuen Produkten, was dann automatisch zu Rohrkrepierern führe. Und: „Auch wenn es die Industrie nicht gerne hört: Eigenmarken sind sehr oft die wahren Vorreiter der Industrie.“

Auffallend zurückhaltend waren daraufhin die Proteste der anwesenden Industrievertreter, zumal ja eher der umgedrehte Vorwurf permanent im Raum steht – dass nämlich die Handelsketten sehr gerne und sehr oft die präsentierten Produkte der Markenartikler abkupfern.

Holzleitners Gegenargument: „Mit dem richtigen Konzept und einer konsequenten Umsetzung desselben ist auch der Handel Nutznießer von Innovationen. Denn Erfolg erfolgt. Was dem Produzenten die Marke, ist dem Händler das Sortiment, wobei wir mit unseren Regalen für Sie als Industrie jene Bretter sind, die die Welt bedeuten. Ihre Bühne für Ihre Show.“

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